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Die heimlichen Stars unter den Orchideen
Wer eine Orchidee sein Eigen nennen möchte, die unzählig schöne Blüten hervorbringt, sollte sich eine Cymbidium- oder Miltonia-Orchidee ins Haus holen. Diese beiden Orchideenarten glänzen mit einer Blütenvielzahl, die ihre Besitzer lange Zeit erfreuen wird – und der Pflegeaufwand ist zudem äußerst gering!
(Foto: BBH)
Miltonia
Kolumbianische Schönheit, die dem Veilchen verblüffend ähnlich sieht.
Die Anden, schneebedeckte Gipfel, die quirlige Hauptstadt Bogotá, das riesige Amazonasgebiet, feuchte Tropenwälder und Savannenebenen, Smaragd-Handel, Kaffee- und Bananenplantagen, all das fällt einem spontan zu Kolumbien ein, einem der faszinierendsten Länder in Südamerika. Vielleicht kommt einem auch Christopher Kolumbus in den Sinn, nach ihm wurde das Land benannt, obwohl er selbst nie auch nur einen Fuß auf kolumbianischen Boden gesetzt hat. Alonso de Ojeda und Amerigo Vespucci gebührte 1499 die Ehre, als erste europäische Entdecker Kolumbien zu erforschen. Doch das Land, in dem laut Umfragen die zweitglücklichsten Menschen der Welt leben, hat noch viel mehr zu bieten (auf Vanuatu, einer Insel ca. 3.000 km östlich von Australien im Südpazifik, leben übrigens die glücklichsten Menschen der Welt).
Der größte Reichtum Kolumbiens ist seine vielfältige und außergewöhnliche Flora. Mit rund 55.000 Pflanzenarten ist Kolumbien eines der artenreichsten Länder der Erde, alleine 3.500 verschiedene Orchideen sind hier zuhause. Damit besitzt Kolumbien die größte Orchideenvielfalt der Welt.
Eine von ihnen ist die Miltonia. In der freien Natur wächst diese eindrucksvolle Orchidee auf mit Moos bewachsenen Ästen an Bäumen, die in Uferböschungsnähe und lichten Bergwäldern stehen. Da die Blüten der Miltonia sehr an Veilchen erinnern, wird sie auch Veilchenorchidee genannt. Doch im Gegensatz zum Veilchen, das demütig und bescheiden im Verborgenen blüht, kann sich diese feine Latina-Schönheit sehen lassen. Auffallend ist ihr Farbenreichtum, der von Gelb und Weiß bis Violett, Scharlach, Karmesinrot und Braun reicht und ihre prachtvollen Blütenzeichnungen, die sich in raffinierten Mustern, funkelnden Linien und neckischen Tupfen zeigen. Die Miltonia ist außerdem eine der wenigen Orchideen, bei denen einige Arten exotisch duften.
Die Miltonia-Orchidee war eine ausgesprochene Lieblingsblume von Prinzessin Diana, nach der auch ein Exemplar mit rosafarbenem Herz benannt ist. Man muss aber weder Prinzessin sein noch bis nach Südamerika reisen, um sich diese Orchidee ins Wohnzimmer zu holen. Findigen Gärtnern ist es gelungen, die Miltonia an unsere Klimabedingungen anzupassen. Sie braucht einen hellen Standort, mag aber, wie viele ihrer Orchideen-Schwestern, kein direktes Sonnenlicht. Wöchentliche Tauchbäder, damit das Substrat nicht austrocknet, und gelegentlicher Sprühnebel mit kalkarmem Wasser genügen ihr zum Wohlbefinden. Wer das typische Flair Südamerikas noch unterstreichen möchte, der stellt seine Miltonia ganz einfach in einen zur Blütenfarbe passenden rustikalen Topf oder farbenfrohen Flechtkorb.
Cymbidium-Orchidee
Das ideale Einsteigermodell für Orchideen Begeisterte.
Stilvoll, elegant und von einem ganz besonderen Zauber sind Cymbidium-Orchideen. Sie gelten als das ideale Einstiegsmodell für so manch zaghaft sich entwickelnde Liebschaft zu Orchideen. Sie sind ein unvergessliches Geschenk für Freunde oder Bekannte und ein absolut atemberaubender Hingucker im Haus. Cymbidien gehören zu den Zimmerpflanzen, die einen anlachen und vielsagend bedeuten: “Komm, setz dich zu mir!” Die meisten Orchideen dieser Gattung haben einem holzigen Rhizom entspringende kurze, aufrecht wachsende Pseudobulben mit streifenförmigen Blättern. Die Blüten wachsen traubenartig auf langen Stielen und präsentieren bis zu drei Monate lang ihre atemberaubende Schönheit.
Cymbidien sind leicht zu kultivieren und haben meistens kein Fensterbankformat, sondern wollen im Raum stehen und sich ausbreiten dürfen. Cymbidien zählen zu den terrestrischen Orchideen, d.h. sie wurzeln im Boden und bilden keine Luftwurzeln wie viele andere Orchideen. Die Pflanzen kommen ursprünglich aus den tropischen und subtropischen Gebieten Südasiens.
Sie sind selbstverständlich Freunde des Lichts und brauchen einen hellen Platz. Von etwa Mai bis September empfiehlt sich ein Aufenthalt im Freien an einem Standort mit diffusen Lichtverhältnissen. Die Cymbidien schätzen besonders die nächtliche Temperaturabsenkung. An ihren Naturstandorten sind sie im Sommer oft Schwankungen von bis zu 23 °C ausgesetzt. Während der Wachstumsperiode im Frühjahr und Sommer sollte das Pflanzsubstrat nicht austrocknen. Im Winter ist der Wasserbedarf geringer, doch auch dann ist völlige Trockenheit unbedingt zu vermeiden.
Cymbidien mögen übrigens enge Töpfe und benötigen erst ein neues Gefäß, wenn die Neutriebe über den Topfrand hinaus wachsen. Dann reicht es meist, das alte Substrat vorsichtig ein wenig zu entfernen, die Pflanze in einen größeren Topf zu setzen und mit frischem Substrat aufzufüllen. Beim Umzug in die neue Behausung können unbelaubte Bulben entfernt und sehr große Pflanzen geteilt werden. Zu Bedenken bleibt allerdings stets: je üppiger, prächtiger und ausladender die Pflanze, um so größer die Bewunderung Ihrer Gäste und deren heimlicher Neid. Hätte Ihnen so ein Grüner Daumen vielleicht niemand zugetraut?!
(Quelle & Fotos: bbh)
(Foto: BBH)





